Rückblick auf ein ereignisreiches Hageljahr 2012 bei der Hagelgilde VVaG

Als Marktführer in Schleswig-Holstein konnte die Hagelgilde im ablaufenden Geschäftsjahr 2012 ihren Versicherungsbestand weiter ausbauen. Die versicherte Fläche stieg in den letzten 10 Jahren um über 110.000 ha auf aktuell 431.786 ha bei jetzt 3.112 Mitgliedern.

Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich die Versicherungssumme auf aktuell 717 Mio. €. Die Versicherungssumme errechnet sich aus den Marktpreisen, dem Ertrag und der versicherten Fläche.

Als verlässlicher Partner stand die Hagelgilde ihren Mitgliedern dabei für den Fall der Fälle (Hagel- und Sturmschäden) kompetent und schnell zur Seite. Dank des großartigen Einsatzes der über 250 ehrenamtlichen Distriktvorstehern und Schätzern konnten 219 Schadensfälle mit Gesamtauszahlungen von über 3,45 Mio. € (Vj. 2,88 Mio. €) an die betroffenen Mitgliedsbetriebe abgeschlossen werden. Dabei wurden Schäden an Kulturen auf insgesamt 6.885 ha Fläche (Vj. 6.133 ha) entschädigt.

Zum Schadenverlauf im Detail: bereits im Herbst 2011 traten Schäden im frisch aufgelaufenen Raps auf. Aufgrund des günstigen Witterungsverlaufes konnten sich die Bestände aber sehr gut regenerieren.

Erste leichte Schäden des Jahres traten zwischen dem 20. und 22. April sowohl im Großraum Kiel, nahe Husum, bei Ratzeburg als auch nördlich von Teterow auf.

Der Mai präsentierte sich bei beständigem Witterungsverlauf sehr unauffällig, was Hagelereignisse anbetraf. Lediglich ein kleiner Schaden an Erdbeeren nahe Neubrandenburg vom 17. Mai gab es zu entschädigen.

Dafür folgte der Juni als der schadenträchtigste Monat des Jahres. Es gingen 20 Schadenanmeldungen vom 08. Juni aus der Nähe von Schleswig und von Kellinghusen ein.

Hauptschadentag 2012 war dann der 18. Juni mit 82 Schadenmeldungen. Betroffen war der Küstenstreifen Mecklenburg-Vorpommern von Satow bis hin zum Cap Arkona auf Rügen, wobei hier die Schwerpunkte bei Barth und bei Schaprode/Rügen lagen. Außerdem traten an diesem Tag, mit extrem heißem Südwind und für das gesamte Geschäftsgebiet vorhergesagten Unwettern, weitere Schäden in den Regionen Güstrow, Parchim, Wolgast und Schwerin auf. Es wurden durchweg alle Kulturen geschädigt, aber in Gerste und Mais waren die Schäden am stärksten, teilweise auch Totalschäden bzw. GPS-Verwertung der kläglichen Reste.

Am 22. Juni galt es nahe Marne in Dithmarschen Schäden, vor allem im Weizen, zu regulieren. Ende Juni, am 29., traten dann weitere Hagelschäden bei Rendsburg, nahe Lübeck und im Raum Neustadt/Holstein sowie an der Elbe bei Lauenburg auf.

Bereits am 1. Juli ging das nächste Hagelereignis über dem Großraum Neustadt in Holstein an der Ostseeküste nieder. Vor dem eigentlichen Erntebeginn folgten weitere Hagelschäden, entsprechend dem wechselhaften Wetter. Im Zeitraum vom 6. bis zum 16. Juli wurden aus verschiedenen Landesteilen des Geschäftsgebietes immer wieder Hagelschäden gemeldet. Ein Schwerpunkt dabei lag an der Nordseeküste westlich von Heide.

Ein lokales Hagelunwetter sorgte am 19. Juli im nördlichen Brandenburg – östlich von Prenzlau – für starke Schäden im erntereifen Raps. Mit 22 Schadenanmeldungen, von denen fast alle über der Regulierungsgrenze von 5 % lagen, war mitten in der Ernte der 30. Juli der nächste Schadentag. Diese Schäden entstanden in Preetz und Schönberg im Kreis Plön, in Nordfriesland, in Angeln und bei Rendsburg aber auch im Raum Malchin und bei Wolgast.

Erntereifer Weizen wurde beim Hagel am 2. August rund um Elmshorn geschädigt. Stärkere Schäden brachte auch der 4. August mit sich, rund um den Schweriner See  – von Gadebusch bis Warin – wurden Raps und Silomais geschädigt.

Letzte Hagelschäden entstanden nach Abschluss der Getreideernte südlich von Ludwigslust am 30. August im Silomais, sowie in der Zeit vom  12. bis 19. September im Kohl in Dithmarschen.

Diese umfangreiche Aufzählung der Schadentage und Gebiete 2012 macht deutlich, das Hagel- und Sturmereignisse jederzeit und jederorts auftreten können und die Notwendigkeit eines umfassenden Versicherungsschutz bei einem verlässlichen Partner unerlässlich ist.

Daher schaut die Hagelgilde überaus optimistisch auf´s neue Jahr 2013 voraus, in dem mit einem weiteren Wachstum und weiter steigenden Versicherungssummen (insbesondere einem vermehrten Rapsanbau) gerechnet wird.

Dank einer Stärkung des Eigenkapitals und sehr guten Rückversicherungsverträgen ist der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit bestens für die kommenden Herausforderungen gerüstet.

Quelle: Bauernzeitung


PDF herunterladen