Hagelgilde – Fakten

Die Hagelgilde versichert eine Fläche von 429.000 ha, davon in Schleswig-Holstein 208.000 ha, in Mecklenburg-Vorpommern 203.000 ha, in Brandenburg 16.000 ha. Der Marktanteil liegt bei 34% in Schleswig-Holstein und 20% in Mecklenburg-Vorpommern. Die Hagelgilde hat 3.100 Mitglieder. Versichert werde Weizen (182.000 ha), Raps (97.000 ha), Gerste (44.000 ha), Mais (63.000 ha), Kohl (660 ha) , Erdbeeren (180 ha), Tabak (48 ha). Die Versicherungssumme liegt bei 680 Mio. €

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200 Jahre Hagelgilde Versicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit

Versichern, damit die Bilanz nicht verhagelt.

„Er kennt keine Regel und keine Schablone. Mit enormer Wut schleudert ihn der Gewittersturm in die Pflanzen, zerreißt, zerfetzt, bricht, knickt und trifft wahllos ihm zugängliche Stellen. Immer wieder ist das Schadenbild anders.“ Die Rede ist vom Hagel. Dieses Zitat aus der Anleitung für die Schadensschätzer von Gilde-Direktor Dr. Wilhelm Bongardt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt deutlich, warum es seit gut 200 Jahren Hagelversicherungen in Deutschland gibt.

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Hagelgilde hilft seit 200 Jahren

Immer noch wichtige Versicherung für Landwirte

Pronstorf/Sierksdorf. Wenn der Hagel alles erschlagen hat, ist das Wetterläuten zu spät, besagt eine alte Bauernregel. Und weil die Schäden nach einem Hagelschlag auf nur einem Gut manchmal Tausende Reichtstaler betrugen, gründeten Landwirte zu Beginn des 19. Jahrhunderts Hagelschaden-Versicherungsgesellschaften. Die Hagelgilde mit Sitz in Sierksdorf ist die zweitälteste Deutschlands. Sie feierte diese Woche ihren 200. Geburtstag.

Der Gründungsgedanke wird ausgelöst durch ein heftiges Gewitter mit Hagelschlag am 7. August 1799 im Raum Preetz. Allein auf Gut Rethwisch werden innerhalb einer Viertelstunde die gesamte Ernte verwüstet, Fenster zerschlagen, der Garten verwüstet, Federvieh getötet. Der Schaden des Gutspächters: mehr als 6000 Reichstaler: Doch es dauert fast zwölf Jahre, bis 21 Gutsbesitzer und Pächter der Preetzer adligen Güterdistrikte am 18. Juni 1811 in Segeberg ihre Hagelassekuranzgesellschaft gründen, nach dem Vorbild der Feuerversicherungen und der kurz zuvor ins Leben gerufenen Mecklenburgischen Hagelversicherung – der ersten ihrer Art.

Im Jahr 1819 existieren bereits drei Distrikte mit je einem eigenen Direktor, sie heißt nun „Hagel-Assecuranz-Gesellschaft für die adelichen Güther und Klöster der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg“. Die Entwicklung verläuft sehr wechselhaft. Einerseits wird das Versicherungsgebiet immer weiter ausgedehnt, andererseits treten viele Mitglieder wegen Ungerechtigkeiten im Beitragssystem aus, gründen eigene Hagelversicherungsvereine: 1938 gibt es bereits acht in Schleswig Holstein. Schließlich kommt es am 23. März 1959 zum endgültigen Schulterschluss der beiden größten, ihr Name besteht bis heute: „Schleswig-Holsteinische Hagelgilde Versicherungsverein a. G. – gegründet 1811“; nur fiel, nach der Ausdehnung des Geschäftsbetriebes auf Mecklenburg-Vorpommern, im Jahr 2002 die Landesbezeichnung weg.

Vor 200 Jahren als Selbsthilfeeinrichtung gegründet, betreut die Hagelgilde heute mehr als 3000 Versicherte. „Sechs Betriebe“, erklärt der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrates, sind von Anfang an, und damit seit sieben Generationen, dabei. Zur Geburtstagsfeier auf dem Gut Pronstorf gratulierten unter anderem Landtagspräsident Thorsten Gerdts, Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller, Bauernverbandspräsident Werner Schwarz, der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Tietböhl, sowie der Präsident der Deutschen Versicherungswirtschaft, Rolf-Peter Hoenen. Dass eine Hagelversicherung für Landwirte heute noch genauso wichtig ist wie vor 200 Jahren, belegen die Zahlen: der Gesamtschaden durch Hagel im Bundesgebiet in den extremen Hageljahren 1992 bis 2009 wird von der Versicherungswirtschaft mit fast 100 Millionen Euro pro Jahr angegeben. Das extremste Schadenjahr auf dem Gebiet der Hagelgilde in diesem Jahrhundert war 2005 – mit Schäden von fast vier Millionen Euro.

Quelle: Kieler Nachrichten, 01. Juli 2011


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200 Jahre Schutz gegen Hagel

Die Hagelgilde mit Sitz in Sierksdorf feierte ihr Jubiläum. Dem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gehören 3100 Landwirte an

SIERKSDORF/PRONSTORF
Sie ist weltweit die zweitälteste ihrer Art und feierte jetzt ihr 200-jähriges Bestehen: Die Hagelgilde mit Sitz auf Gut Altona bei Sierksdorf. In dem „Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ haben sich etwa 3100 Landwirte, hauptsächlich aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, gegen die Unbilden des Wetters abgesichert. Derzeit sind bei der Gilde Werte in Höhe von 680 Millionen Euro versichert. Etwa 200 geladene Gäste kamen zur Festveranstaltung auf Gut Pronstorf (Kreis Segeberg), darunter Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Torsten Geerdts, der Präsident der Landwirtschafskammer Schleswig-Holstein, Claus Heller, sowie die Präsidenten der Bauernverbände aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, Werner Schwarz und Rainer Tietböhl. Eingefunden hatten sich auch der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft aus Berlin, Rolf-Peter Hoenen, und der geschäftsführende Vorstand des Verbands der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Jürgen Scheel. Die Hagelgilde wurde 1811 unter dem Namen „Hagel Assecuranz Gesellschaft“ als Selbsthilfeeinrichtung von Landwirten für Landwirte gegründet, erklärte Vorstandsvorsitzender Henning Pfitzner. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gebe es eine Hagelversicherung, die noch älter sei. Bis vor vier Jahren sicherte die Gilde ausschließlich das Risiko Hagelschlag ab.

Ausnahme beim Mais
Mittlerweile gibt es eine Ausnahme: Seit vier Jahren wird auch Mais gegen Sturmschäden versichert, erklärte Pfitzner. Hintergrund dieser Neuerung seien die stark ausgeweiteten Anbauflächen für Biogasanlagen, was eine flächendeckende Nachfrage nach einer Hagelversicherung ausgelöst habe. Denn die Betriebe seien dringend auf eine nahe gelegene Ernte angewiesen. Immer noch zähle der Gegenseitigkeitsgedanke zu den bestimmenden Größen, erklärte Pfitzner. Das bedeute, in Jahren mit vielen Schäden zahlten alle Mitglieder etwas mehr Prämie, in schadensarmen Jahren etwas weniger. 2010 lagen die Prämien bei 2,5 Millionen Euro, im Gegenzug wurden Schäden von 1,9 Millionen Euro beglichen.

Rekordschaden im Jahr 2005
Das „teuerste“ Jahr war bislang 2005, als eine breite Unwetterfront zu einem Rekordschaden
von vier Millionen Euro führte. Gegen solche Fälle hat sich die Gilde ihrerseits bei einer Rückversicherung abgesichert, um die Prämien für ihre Mitglieder auch bei solchen Ausnahmefällen in Grenzen halten zu können. Komme es zu Hagelschäden, greife der Versicherungsverein auf eine Gruppe von mehr als 200 ehrenamtlichen Sachverständigen zurück, die aus dem Kreis der versicherten Betriebe für ihre Berufskollegen die Schadensregulierung vornähmen. Ebenfalls ehrenamtlich tätig sind die Vorsteher der 30 Destrikte. „Nur mit ihrem Einsatz ist es möglich, über 200 Jahre zu bestehen, ein kontinuierliches Wachstum zu erreichen und den Mitgliedern im Schadensfall schnelle und objektive Hilfe zukommen zu lassen“, würdigte Pfitzner das ehrenamtliche Engagement der Sachverständigen und Destriktsvorsteher in der Hagelgilde. Hauptamtlich beschäftigt sind lediglich zwei Vorstandsmitglieder und zwei Mitarbeiter im Außendienst. Von den 3100 versicherten Betrieben mit einer Fläche von rund 430 000 Hektar kommen derzeit 2500 aus Schleswig-Holstein. Auf sie entfällt eine Fläche von etwa 208 000 Hektar, was einem Anteil an den gesamten versicherbaren Flächen von 34 Prozent entspricht. Fast ebenso groß ist die versicherte Fläche in Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 205 000 Hektar (20 Prozent Anteil), weitere 16 000 Hektar seien in Brandenburg versichert.

Von Weizen bis Tabak
Den größten Anteil macht dabei nach Angaben der Hagelgilde mit 182 000 Hektar der Anbau von Weizen aus, es folgen Raps (97 000 ha), Gerste (44 000 ha) und Mais (63 000 ha). Eher zu den Exoten gehören dagegen Kohl mit lediglich 660 Hektar, Erdbeeren (180 ha) und Tabak (48 ha).
www.hagelgilde.de
Bernd Schröder

Quelle: Ostholsteiner Anzeiger, 01. Juli 2011


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Hagelgilde wird 200 Jahre alt und wächst kräftig

Die Hagelgilde wird in diesem Jahr deutlich wachsen: Getrieben von den Preiserhöhungen bei Getreide und Raps steigt die Versicherungssumme voraussichtlich um 30 Prozent.

Durch die hohen Preise wachse die Nachfrage bei bisher unversicherten Landwirten, berichtet Henning Pfitzner, Vorstandsvorsitzender der Hagelgilde VVaG. Regional wächst die Hagelgilde, die gerade ihr 200-jähriges Bestehen feierte, bisher nur um einzelne Verträge jenseits des Geschäftsgebietes in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Möglicherweise werde man die Satzung im nächsten Jahr neu fassen, sagt Pfitzner. Die BaFin habe signalisiert, dass man damit nicht den Status als kleinerer Versicherungsverein verliere.

Das Wachstum aber setzt voraus, dass man ehrenamtliche Schätzer findet. Mehr als 200 ehrenamtliche Schätzer arbeiten derzeit für die Hagelgilde. Für den Versicherungsverein sind nur vier Personen hauptberuflich tätig. im letzten Jahr belief sich der Versicherungsbestand auf 6 826 Verträge mit 419 368 ha versicherter Fläche, die sich fast gleich auf Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern aufteilte.

Die Prämie betrug brutto 2,57 (2,59) Mio. Euro. In Schleswig-Holstein kommt die Hagelgilde auf einen Marktanteil von 34 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern auf 20 Prozent. Sie wurde am 28. Juni 1811 als „Hagel-Assecurranz-Gesellschaft im Preetzer adelichen Güther-District“ gegründet und versicherte nur die Betriebe der adeligen Klöster und Meierhöfe. Als im Zweiten Weltkrieg das nach Kiel verlegte Büro einer Bombe zum Opfer fiel, bot der damalige Direktor des Vereins den Umzug auf seinen landwirtschaftlichen Betrieb Hof Altona bei Sierksdorf an.

Von dort aus agiert die Hagelgilde seither. Zur Festveranstaltung waren 200 Gäste gekommen (Foto), neben lokaler Prominenz aus Politik und Landwirtschaftsverbänden befanden sich darunter auch Rolf-Peter Hoenen, Präsident des GDV, und Jürgen Scheel vom Verband der Versicherungs-Vereine auf Gegenseitigkeit.

Quelle: Versicherungswirtschaft Heft 14, 15. Juli 2011